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Budo
Budo ist der Sammelbegriff für die klassischen asiatischen Kampfkünste. Zu diesen gehört auch Kushido, früher Karate-Do genannt. Das Wort Budo besteht aus den Teilen Bu und Do, deren Bedeutung am besten durch die Interpretation der entsprechenden japanischen Schriftzeichen (Kanji) verständlich wird:
  Das Schriftzeichen BU besteht aus den Elementen "Schwert" und der Ergänzung "welches nie benutzt wird"

DO bedeutet Weg
, den Weg zur Erleuchtung. In einer etwas radikalen Formulierung bedeutet es den Weg zum wirklichen Bewusstsein in dem letzten Moment, in dem einem der Kopf mit einem Schwerthieb abgetrennt wird. Dieses Bewusstsein kann man erlangen unter enormem Stress und Druck oder indem man sich ein Leben lang bemüht.
 

Somit übersetzt sich Budo als der Weg des Schwertes, das nie benutzt wird.
Das mag sehr extrem oder theoretisch klingen. Doch die Definition zeigt, dass unter Budo -zumindest ursprünglich- hauptsächlich eine Entwicklung der inneren, persönlichen Qualitäten angestrebt wurde. Dazu gehört eine ebenso persönliche Grundeinstellung:

  Ein Meister der Kampfkunst  
  - führt keinen Kampf  
  - besiegt niemanden  
  - und hat keine Gegner  

Dies erklärt, warum frühere Schulen und ein Teil der heute bestehenden Schulen und Stilrichtungen, darunter Kushido, sich Wettkämpfen widersetzen. Sich gegeneinander zu messen um den Besten zu küren verlagert den Schwerpunkt zu rein äusserlichen Qualitäten und Kräften. Dies ist nicht, was seit frühester Zeit im Budo gelehrt wurde.

Es gibt im Budo niemanden und nichts zu besiegen ausser die eigenen Schwächen. Es ist weitaus schwieriger, ohne Gegner, Ruhm und Medaillen an sich zu arbeiten. Dies bedarf einer viel grösseren Eigenmotivation. Eigenschaften wie Angst, Zorn, Bosheit etc. können durch richtige Schulung auf eine positivere und konstruktivere Art ausgelebt werden.

Dadurch wird Budo zur gelebten Wirklichkeit und nicht Inhalt eines Trainingscenters. Im Kushido wurde schon früh ein ähnliches Konzept übernommen und seither gelehrt.

Am Beispiel des Kata lässt sich der Unterschied am besten erklären. Ein Kata ist ein vorherbestimmter Ablauf mit Techniken, zu denen man sich die Angriffe vorstellen muss. Auch hier existieren zwei unterschiedliche Auslegungen des japanischen Schriftzeichens.

Kata kann interpretiert werden als Form, wie eine Schablone, die keine Änderung erlaubt. Damit wird der Ablauf des Kata als äussere Form und körperbetonte Leistung angesehen, die an dieser Schablone gemessen und entsprechend bewertet werden kann. Dies ist das Prinzip der sport- bzw. wettkampforientierten Karate Stilrichtungen.

Der Standpunkt des Budo geht über diese starre Festlegung hinaus, da der Kata an die körperlichen Gegebenheiten eines jeden Einzelnen angepasst werden kann. Der körperliche Ausdruck und die äussere Darstellung sind im Kata sicher wichtig. Wichtiger ist jedoch das Bewusstwerden des Kata, d.h. die inneren Qualitäten, mit denen die äussere Form mit Leben erfüllt wird. Dies ist aber für Sport- und Wettkampfzwecke sehr schwierig zu beurteilen.

Somit ist es auch unsinnig Vergleiche anzustellen, da sich jeder individuell und einzigartig darstellt.

Dies ist das wahre Budo, dies sind die Konzepte der Kushido Schule.


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